Wandern mit Hund: Von Bad Saarow in die Rauener Berge

Nach einer recht langen Pause der längeren Touren war es mal wieder Zeit für einen Hundeausflug. Uns zog es nach Brandenburg: südöstlich von Berlin liegt Bad Saarow im Landkreis Oder-Spree. Geschätzt wird Bad Saarow wegen der Thermalquelle, wir schätzen die Einsamkeit im Grünen und die abwechslungsreiche Natur. Ab und an trafen wir andere Wander*innen, meist aber genossen Menschen und Hund die Landschaft völlig allein.

Übrigens: Auch zu dieser Strecke inspirierte uns das Buch „Rund um Berlin“ von Hikeline. Wir schrieben schon an anderer Stelle: Nach ein paar weiteren getesteten Touren werden wir irgendwann auch über dieses Buch schreiben. Bisher gefällt es uns nämlich gut, da hier Wanderer ohne Auto und stattdessen mit Anreise via Bus und Bahn mitgedacht werden. Doch zurück zu unserer Hundetour:

Pfotentour in die Rauener Berge © Leaflet | © Komoot | Map data © OpenStreetMap-Mitwirkende

Ankunft in Bad Saarow

Nach gut einer Stunde Fahrt von Berlin aus und mit einem Umstieg in Fürstenwalde kommen wir in Bad Saarow an, das sich uns von seiner idyllischen Seite zeigt. Direkt am Bahnhof entdecken wir die NaschBox mit Grillgut von einem regionalen Fleischer – und das nicht nur für Fleischesser*innen. Aber Grillen war heute nicht unsere Priorität. Wir wollten in die Natur, nachdem wir Corona-bedingt die letzten Wochen in unsere Wohnungen eingesperrt gewesen waren.

Von Bad Saarower Bahnhof aus überqueren wir die Hauptstraße und orientieren uns nach rechts, biegen sofort die erste Straße links ein. Ein kleines Waldstück führt uns durch ein Moorgebiet bis zu einem großen Feld am Ortsrand, wo wir bei einer Bank zu einem kleinen Picknick animiert wurden. Hier kann Milo das erste Mal richtig frei toben (natürlich mit Schleppleine) und man merkt ihm an, wie sehr ihm genau das gefehlt hat.

Danach geht es weiter am Feld entlang, der Weg wird uns nach Petersdorf führen. Wir durchqueren dazu einen Wald und laufen dann ein gutes Stück an der Straße entlang, bis wir den kleinen Ort erreichen. Später erfahren wir noch, dass es dort eine Wake-Board-Anlage gibt und eine Rodelbahn – beides sind keine Dinge, die man mit einem Hund machen kann, aber vielleicht machen die Menschen ja auch mal alleine einen Ausflug oder es findet sich jemand, der dem Hund am Rand Gesellschaft leistet und trostknuddelt? 😉

Ich will wieder Berge sehen, Berge, Gandalf.

Von Petersdorf aus müssen wir den ersten Berg erklimmen, auch wenn unsere Begleitung immer behauptet, dass das keine Berge sind. Aber für uns als Flachländler aus der Uckermark sind das echt schon Berge – zumindest wenn man unseren weinenden Muskeln glauben darf! Wir folgen den gut ausgeschilderten Wegen in den Wald hinein und lassen uns von Komoot leiten, wann immer unser nicht vorhandener Orientierungssinn versagt. Wir laufen durch einen schönen Mischwald, wir sehen Veilchen, Vergissmeinnicht und Heidelbeersträucher, die später im Jahr eine reiche Ernte versprechen.

Aussichtsturm Rauener Berge

Das erste Highlight unserer Tour erreichen wir kurz danach. Der 45 Meter hohe Turm wird von einem Teil unserer Gruppe bestiegen und ihnen bietet sich ein Blick über den Scharmützelsee und den Dubrower Bergen. Einmalig ist auch die Aussicht über Fürstenwalde und Rauen. Bei guter Sicht ist im Westen der Berliner Fernsehturm und im Süd-Westen das Tropical Island zu sehen.

Wichtig: Der Eintritt ist durch ein Drehkreuz gesichert und kostet 1 Euro pro Person. Der Automat nimmt 0,50-Euro- und 1-Euro-Münzen an. Bei unserem Besuch war das Drehkreuz wegen einem Defekt für alle geöffnet, so dass wir den Turm kostenlos besteigen konnten.

Die Markgrafensteine , der Steinerne Tisch und viele Ameisen

Weiter ging es zu unserem ersten richtigen Picknick an den Markgrafensteinen. Der kleine Margrafenstein ist mit 280 Tonnen der größte Findling in Brandenburg und der große ist trotz Teilung immer noch der drittgrößte. Der große Markgrafenstein wurde 1827 gesprengt und sein Mittelstück kann man nun im Lustgarten vor dem Alten Museum in Berlin in Form einer Grantischale mit einem Durchmesser von 7 Metern bewundern. Hier sind ein paar mehr Menschen, die versuchen auf die Steine zu klettern oder die wie wir ein Picknick machen wollen. Aber es ist weit davon entfernt überfüllt zu sein.

Als nächstes laufen wir zum Steinernen Tisch, der auf dem Gipfel der Rauener Berge bei 149,5 Meter Höhe steht. Leider haben wir hier kaum Zeit das Meisterwerk zu bewundern, auf dem sich schon Theodor Fontane verewigt hat, da gefühlt Millionen Ameisen das Gebiet bevölkern und uns und Milo befallen. Es geht sogar so weit, dass wir Milo tragen müssen, bis sich die Lage wieder etwas beruhigt hat.

Zurück nach Bad Saarow

Kaum sind wir der Gefahr entronnen führt uns der Weg weiter durch ein schönes Waldgebiet mit ein paar Lerntafeln und weiteren Möglichkeiten für eine Pause. Wir laufen entspannt zurück nach Bad Saarow und treffen dort auf die stadtnahe Uferpromenade, die sehr gut besucht ist. Es gibt etliche Stände, an denen man diverse Speisen und Getränke kaufen kann, und insgesamt ist es belebt und einladend. Wir lassen das alles jedoch links liegen und laufen zurück zum Bahnhof, um unsere Heimreise anzutreten.

Knappe Fakten zur Pfotentour

Anfahrt

Start und Ziel: Bahnhof Bad Saarow
ÖPNV: Stündliche Verbindung über Fürstenwalde, gut 1 Stunde Fahrzeit

Strecke

Dichter Wald, an manchen Stellen urwaldähnlich, Moor, Mischwälder, Kleingewässer, ein Teil der Strecke führt an einer Straße entlang, laut Hikelines „Rund um Berlin“:

  • Hartbelag: 37 %
  • Wanderwege: 53 %
  • Wanderpfade: 10 %

Markierung: Regionale Markierungen
Länge: 12,8 km

Nicht vergessen!

Für Milo: Zeckenschutz, Kekse und ganz viel frisches Wasser
Für die Menschen: Sonnenschutz, Wasser, Kuchen und viele Snacks

Mehr zu den Abenteuern von Milo findet ihr auf Facebook. 🙂

vor 2 Monaten